Ein Ulcus cruris ist eine offene Stelle am Unterschenkel, die über Wochen nicht zuheilt, häufig oberhalb des Innenknöchels. Heilt eine Wunde nach acht Wochen nicht ab, gilt sie als chronisch. Meist liegt eine chronische Venenschwäche zugrunde, oft nach Jahren mit Krampfadern oder nach einer Thrombose.
Versagen die Venenklappen, steigt der Druck in den Venen des Unterschenkels dauerhaft an. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus, die Haut wird schlechter versorgt: Sie verfärbt sich bräunlich, verhärtet und wird dünn. Schon ein kleiner Stoß kann dann eine Wunde auslösen, die sich nicht mehr von allein schließt.
Seltener sind verengte Schlagadern die Ursache, etwa bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, die mit Rauchen und Diabetes zusammenhängt. Auch Mischformen kommen vor. Weil Kompression bei schlechter arterieller Durchblutung schaden kann, steht vor jeder Behandlung die Frage nach der Ursache.
Nässende Wunden, Schmerzen, Geruch und häufige Verbandswechsel belasten den Alltag, manchmal über Jahre, und viele Betroffene ziehen sich zurück. Eine Behandlung, die Wunde und Ursache gemeinsam angeht, kann die Heilung fördern und ein Stück Lebensqualität zurückgeben.