Jede Operation am Bauch hinterlässt in der Bauchwand eine Narbe, und Narbengewebe hält weniger aus als gesundes Gewebe. Gibt die Naht an einer Stelle nach, wölben sich Bauchfell und manchmal Darmanteile durch die Lücke, die Bruchpforte, nach außen: ein Narbenbruch. Er kann nach wenigen Monaten auftreten oder erst viele Jahre nach dem Eingriff.
Wie groß das Risiko ist, hängt von vielen Umständen ab – von Größe und Lage des damaligen Schnitts, von Wundheilungsstörungen oder Infektionen danach, von Übergewicht, Rauchen, Diabetes und einer Bindegewebsschwäche. Dauerhafter Druck durch schweres Heben, chronischen Husten oder Verstopfung kommt hinzu; mehrfach operierte Bauchdecken sind besonders anfällig.
Meist fällt eine Vorwölbung an oder neben der Narbe auf, die beim Aufrichten oder Pressen deutlicher wird, dazu ein Ziehen bei Belastung. Unbehandelt wird ein Narbenbruch in der Regel langsam größer, und mit der Lücke wächst der Aufwand, sie zu verschließen. Wird die Vorwölbung plötzlich hart und schmerzhaft und lässt sich nicht mehr zurückdrücken, ist das ein Notfall für die Notaufnahme.
Narbenbrüche unterscheiden sich stark in Größe und Lage, deshalb ist die Vorgeschichte der Schlüssel zur Planung: Welche Eingriffe gab es, wo liegen die Schnitte, wurde schon einmal ein Netz eingesetzt? Danach richten sich die Untersuchungen und die Wahl des Verfahrens.