Gelenkknorpel ist eine glatte, elastische Schicht auf den Knochenenden. Er federt Stöße ab und lässt die Gelenkflächen fast ohne Reibung gleiten. Weil er keine eigenen Blutgefäße hat, erneuert er sich nach einer Schädigung kaum – ein Defekt bleibt meist bestehen und kann sich mit der Zeit vergrößern.
Begrenzte Knorpelschäden gehen oft auf eine alte Verletzung zurück, auf jahrelange Überlastung oder auf eine Fehlstellung, die eine Seite des Gelenks stärker belastet. Bei jungen Menschen kann sich auch ein Stück Knorpel samt darunterliegendem Knochen lösen; Fachleute sprechen von Osteochondrosis dissecans. Am häufigsten ist das Knie betroffen, seltener das Sprunggelenk.
Typisch sind Schmerzen unter Belastung, wiederkehrende Schwellungen durch einen Gelenkerguss und manchmal ein Einklemmen. Auf dem Röntgenbild ist Knorpel nicht zu sehen; Lage, Größe und Tiefe des Schadens zeigt die Kernspintomografie (MRT), endgültig die Gelenkspiegelung.
Ein begrenzter Schaden ist etwas anderes als eine Arthrose, bei der der Knorpel großflächig verschleißt. Die Knorpeltherapie zielt auf umschriebene Schäden in einem sonst weitgehend gesunden Gelenk: Sie soll die Gelenkfläche wieder schließen, Beschwerden lindern und das Gelenk möglichst lange erhalten. Wie weit das gelingt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.