Auf die Intensivstation kommen Menschen, deren lebenswichtige Funktionen gefährdet sind: nach großen Operationen, bei einer Blutvergiftung (Sepsis), bei Lungen-, Herz- oder Nierenversagen, nach einer Wiederbelebung oder einem schweren Unfall. Wer engmaschig überwacht werden muss, aber keine Unterstützung der Organe braucht, liegt oft auf einer Überwachungsstation, der Intermediate Care (IMC).
Reicht die eigene Atmung nicht, hilft ein Beatmungsgerät. Oft genügt eine dicht sitzende Maske, und die Patientin oder der Patient bleibt wach. Bei schwerem Lungenversagen führt ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre, dann meist im künstlichen Schlaf. Dauert die Beatmung länger, kann ein kleiner Luftröhrenschnitt die Entwöhnung erleichtern. Sobald sich die Lunge erholt, wird die Unterstützung Schritt um Schritt zurückgenommen.
Bei Schock oder Sepsis stützen Infusionen und kreislaufstabilisierende Medikamente den Blutdruck; ein dünner Katheter in einer Arterie misst ihn mit jedem Herzschlag. Versagen die Nieren, übernimmt ein Dialyseverfahren vorübergehend ihre Arbeit. Der künstliche Schlaf ist so tief wie nötig und so flach wie möglich. Nach dem Aufwachen sind viele zeitweise verwirrt – ein Delir, das meist nach einigen Tagen abklingt.
Intensivmedizin verschafft dem Körper Zeit, sich zu erholen. Nicht jeder Verlauf ist gut. Kann eine Behandlung ihr Ziel nicht mehr erreichen, wird sie nicht um jeden Preis fortgesetzt: Dann stehen Linderung, Ruhe und die Begleitung der Angehörigen im Vordergrund, im Einklang mit dem Willen des erkrankten Menschen.