Bei der Darmspiegelung, der Koloskopie, wird ein biegsames Endoskop über den After eingeführt und bis zum Übergang in den Dünndarm vorgeschoben. Beim langsamen Zurückziehen wird die Darmwand Abschnitt für Abschnitt betrachtet. Damit sich die Falten glätten, leitet das Gerät Luft oder Kohlendioxid ein.
Darmkrebs entwickelt sich meist über viele Jahre aus zunächst gutartigen Wucherungen der Schleimhaut, den Polypen. Solche Vorstufen machen selten Beschwerden. Die Spiegelung kann sie aufspüren, und meist lassen sie sich noch während der Untersuchung entfernen. Deshalb kann die Koloskopie Darmkrebs nicht nur früh erkennen, sondern auch seiner Entstehung vorbeugen.
Seit dem 1. April 2025 gilt in der gesetzlichen Früherkennung für Frauen und Männer dasselbe: Ab 50 Jahren besteht Anspruch auf zwei Vorsorge-Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren. Wer sich dagegen entscheidet, kann alle zwei Jahre einen Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl machen; ist er auffällig, folgt eine Spiegelung zur Abklärung. Die Krankenkassen laden mit 50, 55, 60 und 65 Jahren schriftlich dazu ein.
Auch unabhängig vom Alter hat die Darmspiegelung ihren Platz: wenn Blut im oder am Stuhl auffällt, sich die Stuhlgewohnheiten ohne erkennbaren Grund ändern, Bauchschmerzen oder Durchfälle anhalten oder eine Blutarmut ungeklärt bleibt. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen dient sie außerdem der regelmäßigen Kontrolle.