Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die mit den Jahren häufiger werden. Meist liegen sie im Sigma, dem s-förmigen letzten Abschnitt des Dickdarms im linken Unterbauch. Viele Menschen haben sie, ohne es zu bemerken. Entzünden sie sich, entsteht eine Divertikulitis mit Schmerzen im linken Unterbauch, oft mit Fieber und verändertem Stuhlgang.
Ein unkomplizierter Schub klingt meist ohne Operation ab. Operiert wird vor allem bei Komplikationen – bei Abszessen, Fisteln, Engstellen oder einem Durchbruch. Kehrt die Entzündung immer wieder, zählt nach der aktuellen Leitlinie nicht die Zahl der Schübe, sondern wie sehr Beschwerden und Lebensqualität leiden. Diese Abwägung treffen Betroffene gemeinsam mit ihren Ärztinnen und Ärzten.
Darmkrebs entsteht meist über Jahre aus zunächst gutartigen Polypen. Kleine Polypen und manche sehr frühen Tumoren lassen sich schon bei der Darmspiegelung abtragen. Reicht das nicht, wird der betroffene Abschnitt mitsamt den zugehörigen Lymphknoten und Blutgefäßen operativ entfernt.
Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können einen Eingriff nötig machen, etwa wenn Engstellen oder Fisteln entstehen. Ob, wann und wie operiert wird, hängt in jedem Fall vom Befund, vom Allgemeinzustand und von den Wünschen der Betroffenen ab.