Zwischen den Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben: ein fester Faserring mit einem weichen, gallertartigen Kern. Sie federn Stöße ab und halten die Wirbelsäule beweglich. Mit den Jahren verlieren sie Wasser und Elastizität. Reißt der Faserring ein, kann Material aus dem Kern austreten und auf eine Nervenwurzel drücken – das ist der Bandscheibenvorfall. Am häufigsten betrifft er die Lendenwirbelsäule, seltener den Hals.
Typisch ist ein Schmerz, der vom Rücken ins Bein zieht, oft bis unter das Knie, und der stärker sein kann als der Rückenschmerz selbst. Dazu kommen Kribbeln, Taubheit oder Schwäche, etwa beim Anheben des Fußes. Sitzt der Vorfall an der Halswirbelsäule, strahlen die Beschwerden in Schulter und Arm aus.
Bei den meisten Betroffenen klingen die Beschwerden innerhalb einiger Wochen ab: Oft baut der Körper das ausgetretene Gewebe teilweise ab, und die Reizung am Nerv lässt nach. Deshalb steht am Anfang die konservative Behandlung mit Bewegung, Schmerzlinderung und Physiotherapie. Ohne Lähmungen oder Gefühlsstörungen ist ein MRT in den ersten zwei Wochen meist nicht nötig.
Eine Operation wird erwogen, wenn der Beinschmerz trotz konsequenter Behandlung über sechs bis zwölf Wochen nicht ausreichend nachlässt oder wenn eine Lähmung besteht oder zunimmt. Wie groß der Vorfall im Bild aussieht, entscheidet dabei nicht allein. Maßgeblich ist, ob Befund und Beschwerden zusammenpassen.