Wertheim, 29. September 2026. Für Wertheim und die Region wird eine lange gehegte Hoffnung Wirklichkeit: Ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, erweitert das Bürgerspital Wertheim seine Zentrale Notaufnahme auf einen durchgehenden 24/7-Betrieb. Damit steht das Krankenhaus den Rettungsdiensten, niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen und -ärzten sowie den Bürgerinnen und Bürgern künftig an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für die Versorgung ambulanter und stationär behandlungsbedürftiger Notfälle zur Verfügung. Nur gut 20 Monate nach der Wiedereröffnung am 7. Januar 2025 ist damit ein zentrales Ziel des Wiederaufbaus erreicht.
Für viele Menschen bedeutet dieser Schritt weit mehr als längere Öffnungszeiten. Er bedeutet ein Stück zurückgewonnene Sicherheit. Das lange Warten, Hoffen und Bangen um eine wieder durchgehend erreichbare Notaufnahme vor Ort findet damit ein Ende. Die Vision eines neu aufgebauten Krankenhauses mit echter 24/7-Notfallanbindung wird gelebte Wirklichkeit.
Ein Versprechen an die Region wird eingelöst
Die Geschichte der medizinischen Versorgung in Wertheim reicht bis ins Jahr 1359 zurück. Umso tiefer war der Einschnitt, als die frühere Rotkreuzklinik im Juni 2024 geschlossen wurde. Was folgte, war ein gemeinsamer Kraftakt: Die Stadt Wertheim kaufte das Klinikgebäude zurück, das Land Baden-Württemberg genehmigte den Krankenhausbetrieb, und der Gemeinderat schuf mit der Ausgleichsvereinbarung eine Grundlage für die Finanzierung der Notfallversorgung. Am 7. Januar 2025 öffnete das Haus als Bürgerspital Wertheim wieder seine Türen.
Die Westfalenklinik-Gruppe (CGCE) übernahm dabei besondere Verantwortung und ging einen außergewöhnlichen Schritt: Sie betreibt das Bürgerspital als Pro-bono-Projekt ohne Gewinnerzielungsabsicht. Im Mittelpunkt steht das Ziel, der Region nicht lediglich ein Krankenhausgebäude zurückzugeben, sondern eine leistungsfähige und umfassende Versorgungsplattform für Notfälle rund um die Uhr wiederherzustellen.
„Wir sind in Wertheim angetreten, um Verantwortung zu übernehmen – und um gemeinsam mit den Menschen vor Ort etwas zurückzubringen, das schmerzlich gefehlt hat: die Gewissheit, im Notfall auch nachts ein Krankenhaus erreichen zu können“, sagt Alexander Gläser, CEO und geschäftsführender Gesellschafter der Westfalenklinik-Gruppe (CGCE). „Der 1. Oktober ist deshalb für uns weit mehr als ein betrieblicher Meilenstein. Er ist ein eingelöstes Versprechen. Wir haben an diesen Standort geglaubt, als seine Zukunft alles andere als selbstverständlich war. Dass wir heute hier stehen, verdanken wir Menschen, die diesen Glauben mit außergewöhnlichem Einsatz in Wirklichkeit verwandelt haben.“

Tausende Behandlungen zeigen, wie sehr das Krankenhaus gebraucht wird
Bereits das erste Betriebsjahr verdeutlicht die Bedeutung des Bürgerspitals: 2025 wurden insgesamt 6.828 Patientinnen und Patienten behandelt und 4.487 Notfälle versorgt. Die Jahresbilanz weist zudem 1.817 stationäre Aufnahmen aus. Dabei reicht die Bedeutung des Hauses über die Landesgrenze hinaus: Rund 37 Prozent der Patientinnen und Patienten kamen aus bayerischen Gemeinden.
Für 2026 sieht die veröffentlichte Klinikplanung rund 11.600 Patientinnen und Patienten im gesamten Krankenhaus sowie durchschnittlich etwa 630 Notfälle pro Monat vor. Diese Planungszahlen machen deutlich, auf welche Größenordnung der Versorgung sich das Bürgerspital ausrichtet. Hinter jeder einzelnen Behandlung steht dabei ein Mensch, der Hilfe, Orientierung und medizinische Betreuung benötigt.
Mehr als eine Notaufnahme: ein Krankenhaus mit einem neuen medizinischen Profil
Die Rund-um-die-Uhr-Öffnung ist eingebettet in den konsequenten Ausbau der Grund- und Regelversorgung. Das Bürgerspital verbindet Innere Medizin, Chirurgie sowie Anästhesie und Intensivmedizin mit gezielt entwickelten medizinischen Schwerpunkten. Dazu gehören unter anderem die Gastroenterologie und Endoskopie, die Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie sowie die Adipositas- und plastisch-rekonstruktive Chirurgie. Während die Notfallversorgung finanziell von der öffentlichen Hand unterstützt wird, trägt die Westfalenklinik-Gruppe das wirtschaftliche Risiko der Grund- und Regelversorgung und ihrer angebundenen Fachkliniken zu 100% alleine.
Mit der Weight Doctors® NATIONALKLINIK, dem Lipödemzentrum und weiteren spezialisierten Angeboten gewinnt der Standort zugleich ein eigenständiges Profil weit über die unmittelbare Notfallversorgung hinaus. Ein sichtbares Beispiel für die geleistete Aufbauarbeit ist das im August 2026 verliehene DHG-Siegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ für die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie. So entstehen neue Behandlungsmöglichkeiten, die die medizinische Bedeutung des Krankenhauses stärken und zusätzliche Perspektiven für seine Entwicklung eröffnen.
„Eine 24/7-Notaufnahme bedeutet nicht einfach, eine Tür länger offen zu halten. Dahinter stehen qualifizierte Teams, verlässliche Abläufe und das Zusammenspiel von Notfallmedizin, Diagnostik, operativer Versorgung und Intensivmedizin“, erklärt Dr. med. Oliver Scheffel, Chief Medical Officer der Westfalenklinik-Gruppe (CGCE). „Unser Anspruch ist, diese Notfallversorgung mit einer starken Grund- und Regelversorgung und ausgewählten medizinischen Schwerpunkten zu verbinden. Genau darin liegt die Perspektive für Wertheim: ein Krankenhaus, das im akuten Moment hilft und darüber hinaus dauerhaft medizinischen Mehrwert schafft – mit Leuchtturm-Charakter weiter über die Region hinaus.“

Vertrauen, das im Klinikalltag wächst
Wie das neue Bürgerspital angenommen wird, zeigen auch die zahlreichen positiven Patientenstimmen und öffentlich zugänglichen lobenden Rezensionen. Immer wieder werden die Freundlichkeit der Mitarbeitenden, verständliche ärztliche Erklärungen, aufmerksame Pflege und das Gefühl hervorgehoben, als Mensch ernst genommen zu werden. Besonders erfreulich sind die Rückmeldungen zur Betreuung in der Notaufnahme und auf den Stationen. Sie geben der Entwicklung des Hauses eine persönliche Stimme – und zeigen, was eine wohnortnahe Versorgung für die Betroffenen bedeutet.
Für das Bürgerspital ist dieser Zuspruch Bestätigung und Verpflichtung zugleich: Das Vertrauen der Menschen soll nicht allein durch neue Angebote gewonnen, sondern durch jede einzelne Begegnung im Krankenhaus verdient werden.

Eine außergewöhnliche Leistung der gesamten Mannschaft
Der Schritt zum 24/7-Betrieb ist vor allem eine Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Inzwischen tragen 208 Beschäftigte, darunter 53 Ärztinnen und Ärzte, die Versorgung am Standort. Ob in der Pflege, im ärztlichen Dienst, in der Notaufnahme, im OP, in Diagnostik und Therapie oder in Verwaltung, Technik, Reinigung, Küche und Logistik: Der Wiederaufbau hat allen Beteiligten viel abverlangt. Neue Teams mussten zusammenfinden, Strukturen aufgebaut und Abläufe weiterentwickelt werden – während Tag für Tag bereits Menschen versorgt wurden.
„Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen 20 Monaten geleistet haben, verdient höchsten Respekt“, betont Dr. med. Gerhard Schüder, Ärztlicher Direktor des Bürgerspitals Wertheim. „Sie haben nicht nur ihren täglichen Dienst geleistet, sondern ein Krankenhaus mit aufgebaut. Mit Fachlichkeit, Ausdauer und sehr viel Herz. Ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank. Dass wir nun auch nachts für die Menschen da sein können, ist ihr gemeinsamer Erfolg – und ein besonderer Moment für unser gesamtes Haus.“

Dank an alle, die diesen Weg möglich gemacht haben
Das Bürgerspital und die Westfalenklinik-Gruppe danken allen, die den Wiederaufbau eng, konstruktiv und partnerschaftlich begleitet haben. Dieser Dank gilt der Stadt Wertheim und dem Gemeinderat, dem Land Baden-Württemberg, den unterstützenden Kommunen, dem Förderverein Bürgerspital Wertheim sowie den zahlreichen Unternehmen, Spenderinnen und Spendern. Ihr Engagement hat wesentlich dazu beigetragen, der Notfallversorgung wieder eine Grundlage zu geben.
Ebenso gilt der Dank den Rettungsdiensten, den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, den kooperierenden Krankenhäusern und medizinischen Partnern – und nicht zuletzt den Bürgerinnen und Bürgern, die dem neuen Bürgerspital Vertrauen geschenkt haben. Der erreichte Meilenstein gehört allen, die an diese gemeinsame Zukunft geglaubt und an ihr mitgearbeitet haben.
Ein entscheidender Meilenstein – und der nächste Anfang
Die Westfalenklinik-Gruppe ist zuversichtlich, dass dem Start der 24/7-Notaufnahme weitere wichtige Entwicklungen zur medizinischen und wirtschaftlichen Stärkung des Bürgerspitals Wertheim folgen werden. Der Ausbau spezialisierter Angebote, die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und die nachhaltige Festigung der betrieblichen Strukturen bleiben zentrale Aufgaben.
Mit dem 1. Oktober wird deshalb nicht das Ende des Aufbaus erreicht – wohl aber eines seiner wichtigsten Ziele. Aus der Hoffnung auf eine wieder rund um die Uhr erreichbare Notfallversorgung wird eine konkrete Anlaufstelle.
Bürgerspital Wertheim: Ab 1. Oktober 2026 im Notfall rund um die Uhr für Sie da. An 365 Tagen im Jahr.
Weitere Informationen: buergerspital-wertheim.de und Verantwortung der CGCE Group.
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