Die Zentrale Notaufnahme ist die erste Anlaufstelle eines Krankenhauses für Erkrankungen und Verletzungen, die nicht bis zum nächsten Praxistermin warten können. Ärztinnen und Ärzte der Inneren Medizin, der Chirurgie und der Anästhesie arbeiten dort zusammen, gestützt auf Labor, Ultraschall, Röntgen und Computertomografie. Schwerverletzte übernimmt ein eigenes Team im Schockraum.
Typische Gründe für die Notaufnahme sind Brustschmerzen, Atemnot, starke Bauch- oder Kopfschmerzen, hohes Fieber mit Kreislaufbeschwerden, allergische Reaktionen und Verletzungen, etwa nach einem Sturz oder Arbeitsunfall. Bei Lebensgefahr – Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, starke Blutung – ist der Notruf 112 der richtige Weg. Für Beschwerden, mit denen man sonst in die Hausarztpraxis ginge, ist außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zuständig. Er hilft auch einzuschätzen, ob eine Bereitschaftspraxis, ein Hausbesuch oder doch die Notaufnahme passt.
Kurz nach der Ankunft schätzt eine geschulte Pflegefachkraft ein, wie dringend die Behandlung ist. Viele Notaufnahmen nutzen dafür ein festes Schema wie das Manchester-Triage-System mit fünf Stufen, von „sofort” bis „nicht dringend”. Die Stufe legt fest, wer zuerst an der Reihe ist. Deshalb kann jemand, der später kommt, früher behandelt werden.
Wie lange gewartet wird, lässt sich nicht vorhersagen. Kommen mehrere schwer Erkrankte gleichzeitig, warten Menschen mit weniger dringenden Beschwerden länger. Wer wartet, ist nicht vergessen: Die Einstufung beruht auf einer fachlichen Einschätzung, und verschlechtert sich etwas, wird neu eingeschätzt. Wer nicht akut erkrankt ist, ist in der Hausarztpraxis oder beim Bereitschaftsdienst oft schneller versorgt.