Bei der Parkinson-Krankheit gehen im Mittelhirn nach und nach Nervenzellen zugrunde, die den Botenstoff Dopamin bilden. Er wird für flüssige Bewegungen gebraucht. Typisch sind Bewegungen, die langsamer und kleiner werden, eine steife Muskulatur und ein Zittern in Ruhe, oft zuerst auf einer Körperseite. Schritte und Schrift werden kleiner, die Stimme leiser. Schon Jahre vorher können ein nachlassender Geruchssinn, Verstopfung oder ein unruhiger Schlaf auftreten, in dem Träume ausgelebt werden.
Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Das Immunsystem greift die schützende Hülle der Nervenfasern an, an vielen Stellen entstehen Entzündungsherde. Entsprechend verschieden sind die Beschwerden: Sehstörungen, Kribbeln und Taubheit, Lähmungen, Gleichgewichts- und Blasenstörungen oder eine starke Erschöpfbarkeit. Meist verläuft sie anfangs in Schüben, die sich ganz oder teilweise zurückbilden; bei manchen nehmen die Beschwerden später auch ohne Schübe zu. Oft beginnt sie im jungen Erwachsenenalter.
Die Diagnose Parkinson stellt die Neurologie anhand der Beschwerden und einer genauen Untersuchung; eine Magnetresonanztomografie des Kopfes hilft, andere Ursachen auszuschließen. Bei Verdacht auf MS zeigt die Magnetresonanztomografie typische Herde in Gehirn und Rückenmark. Die Untersuchung des Nervenwassers und die Messung evozierter Potenziale, also der Leitungszeit von Nervenbahnen etwa des Sehnervs, stützen die Diagnose.
Heilen lassen sich beide Erkrankungen bisher nicht. Die Behandlung soll Beschwerden lindern und die Selbstständigkeit möglichst lange erhalten, bei MS zudem den Verlauf bremsen. Bei Parkinson gleichen Medikamente den Mangel an Dopamin aus; Dosis und Zeitpunkte werden über die Jahre immer wieder angepasst, in späteren Stadien kommen in spezialisierten Zentren auch Medikamentenpumpen oder eine tiefe Hirnstimulation infrage. Bei MS werden Schübe mit hochdosierten entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Eine Langzeittherapie, die auf das Immunsystem wirkt, soll Schübe seltener machen und das Fortschreiten verlangsamen.