ERCP am Gallengang.

Rutscht ein Gallenstein in den Gallengang, staut sich die Galle – Gelbsucht, Koliken oder eine Entzündung können folgen. Bei der ERCP wird der Stein über ein Endoskop durch Mund und Magen geborgen, ganz ohne Hautschnitt.

  • Endoskopie mit Röntgen
  • Chirurgie in derselben Klinik
  • Kassenleistung im Bürgerspital

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  • Stationärmeist, mit Überwachung nach dem Eingriff
  • SedierungSchlafmittel über die Vene, bei Bedarf Narkose
  • RöntgenKontrastmittel macht die Gallenwege sichtbar
  • KeinHautschnitt: Zugang über Mund und Magen

Richtwerte. Wie lange Sie bleiben, hängt vom Befund ab – das bespricht das Team mit Ihnen.

Gallengangssteine

Wenn der Abfluss verstopft.

Die Galle fließt von der Leber über den Gallengang in den Zwölffingerdarm. Kurz vor der Mündung, an einer kleinen Erhebung der Darmwand, der Papille, trifft der Gang meist auf den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse. Steine im Gallengang stammen überwiegend aus der Gallenblase und sind von dort hinübergewandert. Seltener bilden sie sich im Gang selbst, mitunter noch Jahre nach einer Gallenblasenentfernung.

Solange ein Stein den Abfluss nicht behindert, bleibt er oft unbemerkt. Verlegt er ihn, staut sich die Galle zurück: Haut und Augen färben sich gelb, der Urin wird dunkel, der Stuhl hell, oft mit Schmerzen im Oberbauch und Juckreiz. Zwei Folgen sind ernst – eine Entzündung der Gallenwege mit Fieber und Schüttelfrost, die Cholangitis, und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, wenn der Stein in der Papille festsitzt. Dann ist rasches Handeln nötig.

Erste Hinweise geben Ultraschall und Blutwerte: Der gestaute Gang ist erweitert, Gallen- und Leberwerte steigen. Bleiben Zweifel, klären eine Endosonografie oder eine Kernspinuntersuchung der Gallenwege (MRCP), ob tatsächlich ein Stein vorliegt. Die ERCP ist heute vor allem ein Behandlungsverfahren und kommt zum Zug, wenn ein Stein nachgewiesen oder sehr wahrscheinlich ist.

Die ERCP räumt den Gang frei, die Gallenblase bleibt dabei unangetastet. Enthält sie selbst Steine, können neue nachrutschen; deshalb folgt in der Regel die minimalinvasive Gallenblasenentfernung, möglichst bald nach der ERCP. Außer Steinen behandelt die ERCP auch Engstellen der Gallenwege, etwa durch Narben oder Tumoren. Nach einem Magenbypass ist der Weg zum Zwölffingerdarm umgeleitet; dann planen Gastroenterologie und Chirurgie den Zugang gemeinsam.

Die Behandlung

Was die ERCP leisten kann.

Abfluss öffnen

Ein kleiner Schnitt an der Papille, der Mündung des Gallengangs, macht den Weg frei. Körbchen oder Ballon ziehen die Steine in den Darm, der sie auf natürlichem Weg ausscheidet.

Ohne Hautschnitt

Das Endoskop gelangt durch Mund, Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm. Eine Operation am Gallengang lässt sich so meist vermeiden.

Überbrücken

Gelingt die Bergung nicht auf Anhieb, hält ein Kunststoffröhrchen, ein Stent, die Galle im Fluss. Große Steine werden zerkleinert, manchmal in einer zweiten Sitzung.

Der Weg

Vom Stau zum freien Abfluss.

Bei einer Entzündung der Gallenwege wird zügig behandelt, sonst lässt sich die ERCP planen.

  1. Abklärung

    Ultraschall und Blutwerte zeigen, ob sich die Galle staut; bei Zweifeln sichern Endosonografie oder MRCP den Befund.

  2. Aufklärung

    Das Team bespricht Ablauf, Nutzen und Risiken sowie die Sedierung. Gerinnungshemmende Medikamente werden vorher abgestimmt, weil der Schnitt an der Papille bluten kann.

  3. Eingriff

    Im Schlaf, meist in Bauch- oder Linkslage, wird das Endoskop bis zur Papille geführt. Kontrastmittel und Röntgen zeigen die Steine, die nach dem kleinen Schnitt geborgen werden; die Dauer hängt von Zahl und Größe ab.

  4. Überwachung

    Einige Stunden bleiben Sie nüchtern und unter Beobachtung. Beschwerden und Blutwerte zeigen, ob sich die Bauchspeicheldrüse gereizt hat.

  5. Gallenblase

    Enthält die Gallenblase ebenfalls Steine, wird ihre Entfernung meist gleich mitgeplant – nach der Leitlinie möglichst innerhalb weniger Tage.

  6. Nachsorge

    Ein eingelegter Stent wird nach einigen Wochen bis Monaten entfernt oder gewechselt. Fieber, Gelbfärbung oder starke Bauchschmerzen nach der Entlassung gehören sofort in ärztliche Hände.

Kasse oder privat

Wer die Kosten trägt.

Gesetzlich versichert

Kassenleistung, wenn angezeigt.

Verlegen Steine den Gallengang oder ist ein Stein sehr wahrscheinlich, ist die ERCP medizinisch angezeigt. Eingriff und stationären Aufenthalt übernimmt dann die gesetzliche Krankenversicherung – in Wertheim im Bürgerspital, dem Plankrankenhaus.

Im Notfall führt der Weg über die Notaufnahme. Zu einem geplanten Termin gehören die Versichertenkarte und, falls vorhanden, eine Überweisung aus der Haus- oder Facharztpraxis.

Privat versichert oder selbst zahlend

Nach Tarif oder Absprache.

Private Krankenversicherungen übernehmen die medizinisch notwendige ERCP nach den Bedingungen ihres Tarifs. Privatversicherte und Selbstzahlende können auch in der Main-Tauber-Klinik behandelt werden, der Privatklinik unter demselben Dach.

Fachärztinnen und Fachärzte

Ihre Ärztinnen und Ärzte.

Die ERCP führen Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie durch, unterstützt vom Endoskopie-Team der Pflege. Bei Steinen in der Gallenblase stimmen sie sich mit der Chirurgie der Klinik ab.

  • Mamoon Al HamedFacharzt für Innere Medizin & GastroenterologieWertheim
  • Mohammad Al RashdanFacharzt für Innere Medizin & GastroenterologieWertheim
  • Dr. med. Barbara John, FEBGHFachärztin für Innere Medizin & GastroenterologieWertheim

Standorte

Wo behandelt wird.

Jede Klinik zeigt auf ihrer eigenen Seite, wie die Behandlung dort abläuft.

Häufige Fragen

Gut zu wissen.

Worin unterscheidet sich die ERCP von der Gallenblasenentfernung?

Die ERCP holt Steine aus dem Gallengang, die Gallenblase bleibt dabei im Körper. Bei der Operation wird dagegen die Gallenblase selbst entfernt. Haben beide Steine, ergänzen sich die Verfahren: erst die ERCP, dann die Operation.

Muss danach auch die Gallenblase heraus?

Enthält sie Steine, in der Regel ja, damit keine neuen in den Gang rutschen. Die Leitlinie empfiehlt die Operation möglichst innerhalb von drei Tagen nach der ERCP, oft im selben Aufenthalt. Eine steinfreie, gut arbeitende Gallenblase kann bleiben; wurde sie schon entfernt, genügt die ERCP.

Spüre ich etwas von der ERCP?

Sie findet im Schlaf statt, vom Eingriff selbst bekommen die meisten nichts mit. Danach können Halsschmerzen, Blähungen oder ein Druckgefühl im Oberbauch auftreten. Starke oder zunehmende Bauchschmerzen melden Sie bitte sofort – sie können auf eine Komplikation hinweisen.

Welche Risiken hat die ERCP?

Am häufigsten ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Meist verläuft sie mild und klingt nach wenigen Tagen ab, selten wird sie schwer. Möglich sind außerdem Blutungen am Papillenschnitt, eine Entzündung der Gallenwege, Reaktionen auf das Schlafmittel und sehr selten eine Verletzung der Darmwand.

Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?

Die ERCP findet meist stationär statt. Nach einem unkomplizierten Eingriff geht es oft bald wieder nach Hause; eine Entzündung der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse verlängert den Aufenthalt.

Was geschieht, wenn ein Stein zu groß ist?

Dann wird er im Gang zerkleinert, etwa mit einem besonders kräftigen Körbchen. Gelingt die Bergung nicht in einer Sitzung, hält ein Stent den Gallengang offen, bis eine weitere ERCP folgt. Nur selten ist eine Operation nötig.

Wann muss es schnell gehen?

Fieber mit Schüttelfrost, gelbe Haut oder Augen und Schmerzen im Oberbauch können auf eine Entzündung der Gallenwege hinweisen. Das gehört noch am selben Tag in eine Notaufnahme, bei Verwirrtheit oder Kreislaufschwäche über den Notruf 112.

Übernimmt die Krankenkasse die ERCP?

Ja, wenn sie medizinisch angezeigt ist. Gesetzlich Versicherte werden dafür im Bürgerspital Wertheim behandelt; private Versicherungen leisten nach ihrem Tarif, auch für die Behandlung in der Main-Tauber-Klinik.

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  • Maria

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    Westfalenklinik Fachklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie
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  • Anonym

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    Ich fand, dass der Arzt gut und verständlich erklärt hat. Ich habe diese Woche noch einen Termin in einer anderen Klinik, da ich mich gründlich informieren möchte; auch der Preis wird dabei eine Rolle spielen – darüber bin ich ganz offen.

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